Film & Diskussion: Mit einem Lächeln auf den Lippen
| address | Haus der Europäischen Union, Wipplingerstraße 35, 1010 Wien, Austria |
| description | "Mit einem Lächeln auf den Lippen – eine Hausarbeiterin ohne Papiere zieht vors Arbeitsgericht" lautet der Titel des Dokumentarfilms der Berliner Filmemacherin Anne Frisius, den sie in Zusammenarbeit mit Nadja Damm und Mónica Orjeda in Hamburg gedreht hat. Der Film erzählt die Geschichte von Ana S., die 39 Monate lang zehn Stunden täglich als Haushaltshilfe bei einer reichen Familie in Hamburg arbeitete. Ihr Stundenlohn beträgt knapp einen Euro. Nachdem ihre Papiere als "Au Pair" abgelaufen waren, wird die aus Peru nach Deutschland migrierte Ana S. zu einer "undokumentierten Arbeitskraft". Damit scheint sie alle Möglichkeiten eingebüßt zu haben, sich gegen Lohnbetrug zu wehren. Dass dem nicht so ist, erfährt Ana S. erst, als sie eine Frau kennenlernt, die ihr Kontakt zu verikom, einer Beratungsstelle für Migrant*innen, vermittelt. In der Folge entsteht eine Allianz aus NGOs, Aktivist*innen und der deutschen Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, die gemeinsam Ana S. in einem nun beginnenden Arbeitskampf unterstützen. Vertreten von ver.di zieht Ana S. schließlich vor das Arbeitsgericht, um einen angemessenen Lohn einzuklagen: "Ich verlange nur, was mir zusteht. Ich erwarte nicht, dass mir jemand etwas schenkt. Es ist der Lohn für meine Arbeit, die ich bereits geleistet habe." Der Film konzentriert sich auf das Wesentliche. Es überwiegen Erzählsequenzen, in denen die von Überausbeutung und arbeitsrechtlichen Verstößen geprägte Geschichte von Ana S. sowie der anschließende politische und rechtliche Kampf dargestellt werden. Unterstützer*innen und Prozessbeobachter*innen – aber vor allem Ana S. selbst – haben das Wort. Sie sehen Anas Kampf als politischen Präzedenzfall. Zum ersten Mal wird eine Hausangestellte ohne Papiere – eine Berufsgruppe, die als schwer erreichbar und organisierbar gilt – von einer deutschen Gewerkschaft bei einem arbeitsrechtlichen Prozess vertreten. Der Fall von Ana S. ist eng mit der Geschichte der ersten gewerkschaftlichen Anlaufstelle für undokumentierte Arbeiter*innen in Deutschland verbunden, die 2008 unter dem Namen "Migration und Arbeit" (MigrAr) bei ver.di Hamburg eingerichtet wurde. Davon ausgehend haben sich mittlerweile in weiteren Städten Deutschlands (Berlin, München, Frankfurt) bei ver.di reguläre arbeitsrechtliche Anlaufstellen für undokumentierte Arbeiter*innen gegründet. Und "Das ist auch gut für ver.di" schreibt die deutsche Tageszeitung Junge Welt. Welche Interessen können Gewerkschaften auch in Österreich haben, undokumentiert Arbeitende zu organisieren und ihre Interessen zu vertreten? Inwiefern würde dies einen Bruch mit den existierenden Gewerkschaftspolitiken sowohl im Bereich der Migration als auch in dem der informellen Ökonomie bedeuten? Welche Chancen ergeben sich daraus für uns am Vorabend der formellen Öffnung des Arbeitsmarktes am 1. Mai 2011 und im EUropäischen Jahr gegen Armut und soziale Ausgrenzung? Wir schauen im Anschluss an den Film gemeinsam über den Zaun und wieder zurück in den eigenen Garten. // Diskussion mit: Peter Bremme, ver.di Hamburg, Mitinitiator der ersten ver.di-Beratungsstelle für undokumentierte ArbeiterInnen: MigrAr (Migration und Arbeit) – Gewerkschaftliche Anlaufstelle für MigrantInnen ohne gesicherten Aufenthalt. // Moderation: Katharina Klee (Arbeit&Wirtschaft) und Philip Taucher (PrekärCafé) |
| activity | cinema |
| website | http://www.prekaer.at/ |
| start_date | 2010-12-02 18:30:00
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| end_date | 2010-12-02 21:00:00
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