Ilustration by Erik Berndt

Vivir Bien — Resources for a solidarity economy

Themen

Auf dieser Seite sollen Themen, die in das Mapping eingehen sollen, gesammelt und diskutiert werden. Nach dem Sammlen und Diskutieren von Informationen ist die Erstellung eines Tag-Proposals der nächste Schritt, um den Aspekt in den Mapping-Prozess einfließen zu lassen.

Ortsangaben

Neben punktuellen Ortsangaben werden wir auch Möglichkeiten brauchen, Regionen oder Pfade zu definieren.

Ein weiteres Thema ist die Genauigkeit der Angaben - ein Punkt, der auf einem sehr niedrigen Zoomlevel (= sehr "weit draussen") gesetzt wurde, kann sich bei genauerer Betrachtung als sehr ungenau herausstellen. Wie dokumentiert man das, und wie visualisert man es?

Events, zeitlich Beschränktes, Aktualität

Was wird angeboten? Was wird gebraucht?

Sicher einer der interessantesten Anwendungen wäre es, potenzielle Produktionsketten abzubilden. Ein erster Schritt wäre schon die funktionierende Suche nach Anbieter_innen oder Abnehmer_innen bestimmter (auch nichtmaterieller) Erzeugnisse.

Produktion nach Bedarf in Erzeuger_innen-Verbraucher_innen-Gemeinschaften wäre ein wichtiges Beispiel - existiert sicher auch in Österreich, v.a. im Agrarbereich

weiteres Bsp. (gibt es in Wien): Reparatur-Dienstleistungs-Pools (Teilnehmer_innen zahlen Fixbeitrag in einen Pool; wenn jemand eine Leistung braucht, kommt jemand anders bzw. ein handwerklich befähigter Mensch aus dem "Pool" - funktioniert also fast wie eine solidarische Krankenkasse)

Entscheidungsstrukturen, Organisationsform, Außenrepräsentation

z.B. in Netzspinnereiwerk-Antrag als Kriterien genannt:

  • selbstorganisiert, Kooperation statt Konkurrenz
  • partizipativ-demokratisch, um Konsens bemüht
  • egalitär-nichthierarchisch, keine Hierarchien und kein/e Sprecher/in
  • pluralistisch-vielfältig

Eigentumsverhältnisse

Beziehungen zwischen Indivividuen und Produktionsmitteln bzw. Bedingungen, in bzw. unter denen Sol. Ök. passiert/passieren kann, dokumentieren

Wer pflegt oder ist primär verantwortlich für eine Ressource ?

Zugangsbeschränkungen, Lizenzen, Offenheit

Commons (nicht-monetäre Zugangsbeschränkungen und Nutzungsregelungen) / Gratis, ohne Zugangsbeschränkungen / Billig / Teuer

Aspekte von "Free" und "Open"

Motivation und Schwerpunktziele ("Theoriebezug")

Aus der Vielzahl von Motivationen, Schwerpunktzielen und "theoretischen" Rahmengebungen, aus der heraus bzw. in denen solidarökonomische Projekte agieren sollten wir einige benennbare destillieren und vermerken.

Beispiele wären (bitte ergänzen/berichtigen):

  • Feminismus
  • Anarchismus
  • Wertkritik
  • Zinskritik
  • Kapitalismuskritik
  • Ökologie
  • ...

Private / kontrollierte / öffentliche Information

Nicht alles was hier gemappt wird soll auch für die Öffentlichkeit bzw. Google zugänglich sein.

Mikro / Meso / Makroebene

Familie (patchwork, Wahlfamilie, traditionelle Blutsverwandtschaft, offene Beziehungen, klassische Paarbeziehungen etc.), Freundeskreis, Interessensgruppen, hybride Identitäten - Dorf, community, Stadtteil - Welt, Weltmarkt, Internet

"Implizite" unbezahlte Arbeit

Hausarbeit; Arbeit von Schüler_innen und Studierenden; Momente der Lohnarbeit, die auf Kreativität, Selbstorganisation, Freiwilligkeit, Eigenmotivation beruhen

Verhaltensweisen

von Personen und Unternehmen

Produktbezug / Verteilungsorte

Wo können wir solidarisch produzierte Produkte beziehen/kaufen? Gibt es mehrere Ort, die ein Produkt verteilen, wird ein Netzwerk sichtbar.

Vernetzung / Produktionsketten

von Unternehmen und nicht-unternehmensförmigen Zusammenhängen. Die Form der Vernetzung ist entscheidend, um von solidarökonomischen Zusammenhängen zu einem Zusammenhang namens "Solidarischer Ökonomie" zu kommen. Dabei gibt es zwei Aspekte:

1. kommunikative Vernetzung: Mitarbeit in Dachorganisationen, Plattformen, politischen Gruppen etc.

2. stofflich-energetische Vernetzung: sind die Unternehmen/Zusammenhänge mit anderen über Kauf/Verkauf vernetzt? bilden sie "politische Preise" (also Preise, die nicht rein nach Wettbewerbskriterien gebildet werden)? oder findet der Stoffwechsel ohne Äquivalententausch statt (Gegen und Nehmen nach Absprache oder ganz frei, jedenfalls ohne den Produkten einen abstrakten "Wert" beizumessen und sie dann "gleich-wertig" zu tauschen)?

Solidarische Ökonomie / Commons als Teil des Staates

Der Staat ist per definitionem gegen die Commons und auch kein Teil Solidarischer Ökonomie. Solidarökonomische und commons-basierte Praxen haben sich aber in den Staat eingeschrieben - könnte man argumentieren.

Bsp.: Sozialversicherung, verrechtlichte Commons wie z.B. das Recht, Pilze etc. im Wald ernten zu dürfen.

"Commons" im Staatsapparat sind grundsätzlich bedroht, da der Logik von Kapital und Staat widersprechend. Sie sind Resultat von commons-orientierten sozialen Bewegungen (Arbeiter_innenbewegung: Sozialversicherung) oder Relikt von feudalen/präfeudalen commons (Pilzernte)

In dem Sinn ist ein Diskussionspunkt, ob z.B. öffentliche Bibliotheken zu "Solidarischer Ökonomie / Commons" gezählt werden können oder nicht.

Bedrohungen

Mancherorts sind auch bestehende freie oder solidarökonomische Ressourcen bedroht - entweder von innen (Kommerzialisierung, Meinungsverschiedeneheiten, Ressourcenknappheit) oder von aussen (Privatisierung, Klagen, Gesetzesänderungen). Solche Bedrohungen sollten dokumentiert werden.

Vergleich mit konventioneller Ökonomie